Simultanismus - Gleichzeit in der Wahrnehmung

 

Das Projekt Simultanismus begreift sich als Versuch, den gelaeufigen Gestaltungs- und Wahrnehmungsmechanismen jeglicher Art von Information eine Alternative entgegenzustellen. Die simultanistische Praesentation lehnt den linearen Textverlauf als unzeitgemaess, die reine Malerei als fuer ihre Zwecke unbrauchbar ab.

Zwischen diesen Polen soll statt dessen eine bewusst mehrschichtige Codierung der zugrundeliegenden Information in Schrift, Ikon und abstrakter Referenz stattfinden. Das Ergebnis soll ein Assoziations- und Verhaeltnisnetzwerk sein, das selbststaendiges, detailliertes Erforschen anregt und ermoeglicht. So soll der Simultanismus als anspruchsvolle Optimierung in der Gestaltung vor allem die lineare Gedankenfuehrung eines Textes oder eines Films aufbrechen.

Simultanismus steht fuer Revolution in der Informationsgestaltung. Indem eine Verwendung aller erdenklichen Codierungssysteme unter dem Diktat der optimalen Erfahrbarkeit des Inhalts und der sich ergebenden Assoziationsfelder zur Richtlinie erhoben wird, findet eine Verschiebung weg von erklaerenden Argumentationsketten hin zur Informationslandschaft statt.

 

Thomas Curtze-Schatton
im
Juli 1994

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